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Nothilfe Mensch e. V. Im Dienst der Menschlichkeit
Die Ärmsten der Armen hierzulande bleiben zurück

Bettelbanden

Zwischen Mitleid und Abscheu

Das Betteln ist in Deutschland seit 1970 nicht mehr strafbar. Doch viele Städte gehen nun dagegen vor. Dabei geht es nicht um den einzelnen Bettler, der still an die Hauswand gelehnt um Almosen bittet. 

Es geht um sogenannte "Bettelbanden" um Tricks und Betrügereien, um an das Geld von Passanten zu kommen. Und es geht um sogenannte Armutszuwanderung. Um Menschen, die aus anderen EU-Staaten nach Deutschland kommen, weil es in ihrer Heimat keine Perspektive, kein Geld und keine Sozialleistungen gibt.
In Deutschland gibt es diese "Bettelbanden" laut Aussagen von Polizei und Ordnungsbehörden in jeder größeren Stadt. 

Nach gültigem EU-Recht dürfen die Rumänen so lange in Deutschland bleiben wie sie wollen. Werden sie nicht polizeilich gesucht oder bei einer strafbaren Handlung ertappt, hat man wenig in der Hand. Ein Platzverweis kann zwar im Einzelfall ausgesprochen werden, was das Gesamtproblem aber nicht löst.
Betteln ist grundsätzlich erlaubt. Ein Aufenthaltsort muss -etwa bei Personenkontrollen durch die Polizei -nicht angegeben werden. Die sprachliche Verständigung ist zudem äußerst schwierig. 
Bestraft werden kann derzeit das aggressive Betteln.



Der Konflikt wirft die Frage auf, ob eine vergleichsweise reiche Gesellschaft wie die Westdeutsche derart offen demonstriertes Elend aushalten kann, zumal die Fremden ein Tabu brechen:
Um Mitleid zu erregen, stellen sie ihre teils extremen Behinderungen zur Schau - für die meisten Großstädter eine erschütternde, verstörende, aber auch faszinierende Konfrontation.

Menschen ohne Arme und Beine, Riesen und Zwerge, unförmig dicke Frauen und von seltenen Hautkrankheiten entstellte Männer konnten seit dem Mittelalter auch auf deutschen Märkten und Volksfesten gegen Entgelt begafft werden. Monströse Gestalten wie "Emmy, der weibliche 530-Pfund-Koloss" oder "Das Fräulein mit drei Füßen und zwei Körpern" gehörten bis weit ins 20. Jahrhundert hinein zu den Jahrmarkts-Attraktionen der Münchner Wies'n oder des Cannstatter Wasen - bis die Nazis solche Darbietungen verboten: Behinderte wurden gegen ihren Willen in Heime eingewiesen, viele überlebten die NS-Zeit nicht.

Seit dem Kollaps des Ostblocks gehören deformierte Menschen wieder mehr und mehr zum Alltagsbild deutscher Städte, ein bedrückendes Symbol für das enorme Wirtschaftsgefälle innerhalb Europas.

Das Elend hat Ursachen. In den Armenvierteln etwa der bulgarischen Provinzstädte Ihtiman, Kjustendil und Samokov, der Heimat vieler Behindertenbettler, herrschen verheerende Zustände.Es gibt keine Kanalisation, teilweise fließen Fäkalien durch die ungepflasterten Straßen. Kinder spielen im Dreck, zwischen halbverfallenen Hütten und verrosteten Autowracks. Die wenigsten haben Arbeit, die meisten, auch die Behinderten, erhalten staatliche Mindestrenten, die nicht zum Überleben reichen.
Weil Ärzte und Krankenhäuser fehlen, weil Kinder nicht regelmäßig geimpft werden, grassieren Krankheiten, die in Westeuropa kaum noch vorkommen: Polio, Tuberkulose, Rachitis. Hinzu kommen Geburtsschäden, die nie korrigiert werden, sowie Spätfolgen unbehandelter Virusinfektionen.

Fragen bleiben:
Wer besorgt den bulgarischen Behinderten die Touristenvisa? Wer bezahlt die Busreise? Wer streckt den Mittellosen das Geld vor, um sich gleich nach der Einreise in ein billiges Hotel einzumieten und den Lebensunterhalt zu bestreiten? Manche sind mit den Behinderten verwandt, vermarkten den eigenen Bruder, die eigene Schwester. Manche sind kleine Bosse in den Armenvierteln, üben Macht aus über Menschen, die noch erbärmlicher dran sind als sie selbst. Andere haben sich zu Zweck­ge­mein­schaf­ten (u.a. Fahr­ge­mein­schaf­ten) zu­sam­men­ge­tan und können so in die europäischen Metropolen gelangen. 

Gibt es Profiteure: Krimminelle Hintermänner, die in den Slums von Ihtiman und Kjustendil arme Behinderte zum Trip nach Westeuropa überreden, um später zumindest einen Teil der Einnahmen abzukassieren?

In Einzelfällen sicher ja. Denn 
Anfang September gelang der Polizei ein großer Schlag gegen eine Bande aus Rumänien, die rund 80 Personen nach Wesreuropa brachte und hier betteln schickte. Für 16 Verdächtige klickten die Handschellen. Die Bettler, allesamt Roma, waren zumeist betagte oder behinderte Personen. Sie mussten selbst im Winter stundenlang in der Kälte stehen. Zwischen 50 und 80 Euro am Tag sollten sie erbetteln. Wer das nicht schaffte, dem drohten Repressalien. Sie wurden geprügelt, getreten und die Haare wurden ihnen ausgerissen. Über Nacht schliefen bis zu 40 Personen auf engstem Raum in einer kleinen Wohnung. Ein Aufpasser übernahm die Führung über rund 20 Personen. Im Monat sollen so Gelder in einer Höhe von 20.000 bis 30.000 Euro geflossen sein. 

Rund 50 Euro im Monat durften die Bettler behalten. Das ist immer noch mehr Geld als die meisten in ihrer Heimat je verdienen könnten.

Eine schnelle Lösung für dieses Problem können wir Ihnen hier auch nicht nennen, nur soviel:
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