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Thema "Hartz4"


Hartz IVermöglicht sicher keinen üppigen Lebensstil, deckt aber immerhin die Grundbedürfnisse weitgehend ab. Viele sagen, das sei zu wenig, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Was immer das heißen mag: Würden alle Hartz-IV-Empfänger plötzlich ins Museum gehen, die Oper besuchen und an Lesungen teilnehmen, wenn sie mehr Geld bekämen?
Wohl nicht. Und das dürfte auch niemand verlangen. Was die Menschen mit ihrem Hartz-IV-Geld anfangen, muss ihnen überlassen bleiben. Schlimm genug, dass sie davon abhängig sind.  (* noch eine Anmerkung ganz unten zum Thema Hartz4)

Das entscheidende Problem ist:
Der urmenschliche Wunsch, mit eigener Hände Arbeit für sich und seine Familie sorgen zu
können, kann in dieser Gesellschaft immer seltener befriedigt werden. Wenn es eine unabdingbare Form des gesellschaftlichen Teilhabens gibt, dann ist es die, Arbeit zu haben.In vielen Regionen aber gibt es kaum noch bezahlte und noch seltener fair bezahlte Arbeit. Wenn kein Wunder geschieht, wird das auch so bleiben. Dabei gäbe es Arbeit genug.
Wenn Arbeit zu einem menschenwürdigen Dasein dazugehört, dann ist Hartz IV auf Dauer keine Lösung. Hartz IV schafft keine Arbeit, Hartz IV verwaltet Arbeitslosigkeit. Es ergibt keinen Sinn, die Menschen für einen Arbeitsmarkt fit zu machen, den es in manchen Regionen gar nicht gibt - oder wo sie Gehälter erwarten, die unter dem Hartz-IV-Regelsatz liegen.
Darum ist der Staat gefragt, Arbeit zu schaffen. Er muss dafür keine Unternehmen gründen. Er könnte einfach damit beginnen, ehrenamtliche Arbeit angemessen zu entlohnen.
Dahinter steckt die Idee, Arbeit nicht länger zwingend mit Erwerbsarbeit im klassischen Sinne gleichzusetzen. Arbeit kann auch bedeuten,

  • Sterbenden auf dem Weg in den Tod die Hand zu halten,

  • im Krankenhaus mit Patienten Karten zu spielen

  • oder im Sportverein die Jugendabteilung zu managen. 

Alles wichtige, notwendige Aufgaben, die gleichwohl immer seltener wahrgenommen werden.

Statt Hartz-IV-Empfänger für einen Euro die Stunde in die Rabatten zu schicken, damit sie Unkraut jähen, könnten es solche Aufgaben sein, für die Menschen künftig vom Staat Geld bekommen. Das wäre eine Art Grundeinkommen für Ehrenämtler. Nicht Almosen sind das, wie viele ihr Hartz-IV-Geld empfinden. Es wäre die gerechte Gegenleistung für ein wichtiges gesellschaftliches Engagement. Bedingung aber wäre, dass Armut in Deutschland nicht länger hauptsächlich als finanzielles Problem gesehen wird, das ist es schon lange nicht mehr.
Nützliche Tips (Links) rund ums Thema SGBII, Hartz4:

http://www.harald-thome.de
http://www.hartziv.org



* Anmerkung zu Hartz4 von Rechtsanwalt G. Busch:

.."Entgegen vieler Stammtischparolen bekommen die von uns betreuten obdachlosen Menschen eben k e i n Hartz4, weil die gesetzlichen Voraussetzungen für die Gewährung hier nicht vorliegen. Um Anspruchsberechtigt zu sein, muß der Antragsteller jederzeit dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und hierfür auch jederzeit postalisch erreichbar sein.
Bei obdachlosen Menschen ist dies naturgemäß n i c h t der Fall! Deshalb auch kein Hartz 4 Anspruch!

Ich höre jetzt schon wieder die Einwände einiger (Besserwisser-) Leute die sagen:..."Ja deshalb können sich die Obdachlosen im Obdachlosenasyl polizeilich anmelden"....."dann sind die ja gemeldet und können auch Hartz4 beantragen!" Hier kann man nur immer wieder auf die (traurige) Realität und Tatsache hinweisen, dass sich dort - bis auf wenige Ausnahmen (z. B. alte obdachlose Menschen) - niemand behördlich dauerhaft anmelden kann.

Die Betroffenen dürfen sich ja noch nicht einmal länger als 1 - 2 Wochen am Stück dort aufhalten(!), weil dies in den dortigen Statuten so vorgeschrieben ist! Nach dieser Aufenthaltsdauer müssen die Menschen die Notunterkünfte (die genau Buch führen) wieder verlassen, um so wieder Platz für andere Betroffene zu schaffen! So sieht die (traurige) Wirklichkeit aus! Anderslautende Aussagen sind schlichtweg unzutreffend.

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