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Nothilfe Mensch e. V. Im Dienst der Menschlichkeit
Die Ärmsten der Armen hierzulande bleiben zurück

obdachlose Frauen

Obdachlose Frauen

"Da draußen bin ich Freiwild"

Neun von zehn obdachlosen Frauen haben laut einer aktuellen Studie sexuelle Gewalt am eigenen Leib erlebt. Gerade deshalb ist es wichtig, mehr Unterkünfte  für sie zu schaffen.

Verprügelt, vergewaltigt und fast zu Tode gewürgt: Brutale Angriffe auf obdachlose Frauen zeigen, wie gefährlich wohnungslose Frauen auf Deutschlands Straßen leben.

Für Gabi B. ist es ein Tag wie jeder andere: Die obdachlose Frau ist mal wieder unterwegs. "Da kommt mir einer mit Hund entgegen und sagt zu ihm: Fass!" Und der stürmt los. Aber die 59-Jährige kennt sich aus, sie selbst hatte einmal einen Huskie. Sie stellt sich dem Hund entgegen, mit allem, was sie hat: Eingehüllt in ein braunes Wollkleid, um die Hüften ein schwarzer Gürtel mit großen, silbernen Nieten, das blonde Haar unter einer dicken Mütze versteckt, darüber ein buntes Tuch zum Turban gebunden. Es wirkt, der Hund hat Respekt und schreckt zurück. Sein Herrchen aber nicht. "Und dann kommt der Typ und haut mir mit der Faust hier drauf", sagt sie, schlägt sich auf die Brust und lässt den Oberkörper nach hinten kippen. "Ich lag am Boden und er schreit mich an, ich solle verschwinden, das wäre hier kein Asylantenheim." Es ist nicht der erste Angriff, den Gabi B. erlebt hat. Einmal musste sie sich gegen aggressive Jugendliche mit einer Flasche wehren. Ein Passant ging schließlich dazwischen und half ihr. Doch in aller Öffentlichkeit passiert ihr selten etwas. Die größere Gefahr droht Frauen wie ihr dort, wo man sie nicht sieht. Vor allem in der Nacht, wenn sie sich einen Schlafplatz suchen. 

So wie die 33-jährige Frau am 27. Januar 2013. In einem leer stehenden Haus will sie übernachten. Es herrschen Minusgrade, da ist selbst ein zugiges, ungeheiztes Haus besser als eine Parkbank. Plötzlich wird sie von zwei Männern angegriffen. Sie verprügeln die Frau, vergewaltigen sie und würgen sie dabei fast zu Tode. Zufällig hören andere Obdachlose ihre Schreie und rufen die Polizei. Die ist kurze Zeit später da - und können die beiden Täter noch am Tatort festnehmen. (Strafmaß:  ein Täter 7 Jahre u. 5 Monate  und der andere 3 Jahre u. 10 Monate Haft).


Mangel an Notunterkünften für Frauen
"Frauen in Wohnungsnot haben eine sehr hohe Scham, erkannt zu werden". "Weil Obdachlosigkeit eben auch Schutzlosigkeit bedeutet." Nun können wir fünf von ihnen in unserer neu geschaffenen Notunterkunft ein Bett anbieten, dazu eine kleine gemeinsame Küche, eine Dusche, Betreuung. Ohne Fragen, ohne Auflagen (kein Rauchverbot) und sofern man einen kleinen Hund hat, wird dieser nach Möglichkeit auch aufgenommen. Unsere Einrichtung ist die einzige dieser Art in ganz Krefeld. Dort können Frauen länger wohnen.

Unsere Notschlafstätte und schützende Unterkunft für obdachlose Frauen in Krefeld-Uerdingen…



Zuflucht finden nun einige davon bei uns. Nicht zuletzt aufgrund der großzügigen Unterstützung des Zonta Club Krefeld (Wir berichteten bereits darüber), denen wir dafür noch einmal ganz herzlichen Dank sagen.

Obdachlose, das sind Gestrandete,

denkt man, Menschen, die auf Parkbänken sitzen, Bier trinken oder mit Einkaufswägen voller Pfandflaschen durch die Fußgängerzone schlurfen; vor allem aber denkt man an Männer. Es gibt keine offizielle Erhebung darüber, wie viele Menschen in Deutschland obdachlos sind. Seit einigen Jahren trifft es immer mehr Frauen.
Rund 60.000 Frauen leben derzeit in Deutschland auf der Straße. Sie neigen stärker dazu, ihre Not zu vertuschen, leben meist in verdeckter Wohnungslosigkeit. Das heißt, sie kommen kurzfristig bei Bekannten unter – oftmals gegen sexuelle Dienste – und achten noch mehr als Männer darauf, dass man ihnen die Obdachlosigkeit nicht ansieht. Weil sie schwächer sind, fürchten sie, von betrunkenen männlichen Obdachlosen unter der Brücke oder in Notunterkünften geschlagen und vergewaltigt zu werden. Man sieht sie selten in den Gruppen, die auf Parkbänken sitzen – obdachlose Frauen sind Einzelgängerinnen.   
Es sind Einzelschicksale, aber keine Einzelfälle. Von den Wohnungslosen sind 26 % Frauen und 64 % Männer. Das Durchschnittsalter unter Obdachlosen liegt bei 38 Jahren. Experten gehen davon aus, dass überproportional viele obdachlose Frauen psychisch krank sind. "Sie sind obdachlos, weil sie psychisch krank sind. Oder sie sind psychisch krank, weil sie obdachlos sind". 


„Einzelfallhilfe – schützende Notunterkunft für obdachlose Frauen“

Präambel

Bei der Durchführung der verschiedenen Projekte hat sich gezeigt, dass insbesondere Frauen es  deutlich schwerer haben, mit der Situation der Wohnungslosigkeit fertig zu werden.
Weiterhin hat sich herausgebildet, dass Frauen deutlich schwerer erkennen lassen, in welcher Situation sie wirklich sind, obwohl gerade für sie das tägliche Leben auf der Straße um ein vielfaches gefährlicher ist, als für Männer.

Daraus ergibt sich, dass diesen Frauen (da sie schwerer zu finden sind) deutlich schwerer zu helfen ist (und auch eine zur Hilfe notwendige Vertrauensbasis aufzubauen, deutlich mehr Zeit braucht).

Folgende Ansätze sollten für den Aufbau der Struktur gelten:

1.       Vorbeugende Maßnahmen an den neuralgischen Punkten:
a)      Strafgefangene Frauen vor der Entlassung, soweit zu erkennen ist, dass keine Wohnung vorhanden ist
b)      Drogenproblematische Frauen, die nach Entzug wieder in die „Selbständigkeit“ zurückkehren und keine Wohnung haben
c)       Frauen nach Klinikaufenthalten mit Sucht- oder psychischen Problemen ohne Wohnung

2.      Schaffen von Wohnraum, bzw. Bereithalten von Wohnraum durch Anmieten und Vorhalten in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden.

3.      Bereits im Vorfeld in Fällen  von 1 a bis c Kontaktaufnahme und Vorabklärung der Ansprüche der Betroffenen mit den Behörden wie Wohnungsamt, Arge, Sozialamt usw., wie z.B. Antragstellungen und rechtliche Begleitung, damit es gar nicht erst zu Wohnungslosigkeit und „ Geldlosigkeit“ kommt. Hier ergeben sich Synergien mit der bestehenden Rechtsambulanz bei uns.

4.       Begleitung der Betroffenen in den Fällen, in denen ärztliche Behandlung, insbesondere bei psychischen Problemen, regelmäßiges Nachsorge bedingt, um die regelmäßige Versorgung zu gewährleisten.

In den Fällen der Wohnungslosigkeit müssen durch regelmäßiges Nachsehen die Frauen gefunden werden,  es muss ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden, die Frauen müssen informiert sein über die Möglichkeiten, die wir ihnen bieten können, aber auch wissen, dass wir sie zu nichts bekehren wollen, sondern ohne wenn und aber einfach mit Hilfe da sind. Die Frauen müssen die Anlaufstelle und die Kontaktdaten kennen, also müssen diese auf verschiedenen Wegen verbreitet und bekannt gemacht werden.

Hierfür  ist das Büro der Rechtsambulanz als Kontakt-, Besuchs- und Gesprächsort geeignet und vorgesehen.

Hierfür stehen die bei uns Tätigen zur Verfügung. Sollte besondere fachliche Hilfe benötigt werden, so stehen wir hierfür in Kontakt mit den entsprechenden Stellen, die über das qualifizierte Personal verfügen.

Soweit hier nach entsprechender Anlaufzeit tätige Hilfe angenommen wird, werden Bekleidung, Möbel Hausrat durch das soziale Kaufhaus bereitgestellt.

Schwerpunkte sind also die Arbeit auf der Straße, um wohnungslose Frauen zu finden, Kontakt zu ihnen zu finden, Vertrauen aufzubauen um ihnen letztendlich nachhaltig helfen zu können.

Wenn die Frauen die nötige Vertrauensbasis  zu uns aufgebaut haben, sind die Möglichkeiten der Rechtsambulanz zu nutzen, die Wohnungslosigkeit in Zusammenarbeit mit Behörden zu beseitigen und durch weitergehende Begleitung und Versorgung ( z.B. mit Möbeln, Kleidung, Hausrat etc. ) ggfls. auch ärztlicher Versorgung wieder ein geregeltes Leben für die Betroffenen herzustellen.

In den Fällen, in denen aus dem Vorleben noch eine Verschuldung besteht, ist durch unsere Rechtsambulanz auch eine Schuldnerberatung möglich, die nach entsprechenden Zeitabläufen, Treffen von Vereinbarungen auch wieder ein geordnetes Leben herstellen. Dies hat zur Folge, dass der ständige Druck durch Vollstreckungsmaßnahmen und sonstige Unruhe und Geldknappheit deutlich verringert wird.

Hinzu kommt, dass hierdurch leichter wieder Arbeit gefunden werden kann, denn Lohnpfändungen und sonstige Vollstreckungsmaßnahmen, Besuche von Inkassobüros usw. bleiben aus.

Insbesondere bei jüngeren Menschen ist dieser Aspekt wichtig, denn sie „ schleppen“ nicht ihr Leben lang eine negative Schufaauskunft mit sich herum, die z.B. bei vielen Vermietern eine Anmietung einer Wohnung unmöglich macht. Somit ist ein weiteres großes Rückfallrisiko ausgeräumt.

So kann unsere Rechtsambulanz Privatinsolvenzen beantragen, begleiten, bearbeiten und zu einem guten Ergebnis führen.


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