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Nothilfe Mensch e. V.
Im Dienst der Menschlichkeit.

Dirk


Das Verhalten der Mitarbeiter in der Notschlafstätte, Lutherstraße in Krefeld, passt so gar nicht zum Leitbild der Diakonie, die sie am 15. Oktober 1997 verabschiedet hat.

..“Als diakonische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind wir bereit, dem Nächsten zu dienen,“…“wir begleiten und beraten Menschen in allen Lebenslagen“ …“wir leisten Hilfe, heilen, pflegen und fördern sie“….heißt es dort so schön, die Realität indes, sieht ganz anders aus.

Als ein rein ehrenamtlich arbeitendes Bürgerengagement engagieren wir uns täglich um die Belange der Ärmsten in unserer Gesellschaft. So unterhalten wir eine „mobile Essensausgabe“ in der Krefelder Innenstadt, bei der wir täglich Nahrungsmittel (warme und kalte Speisen und Getränke)  und andere Hilfsgüter  (Bekleidung, Schuhe, Hygieneartikel usw.) verteilen.

Bei der täglichen Ausgabe treffen wir die unterschiedlichsten Menschen, von denen viele hochgradig notleidend sind. Viele haben aufgrund ihrer verzweifelten Lage ein gravierendes Alkohol-, Drogen-, sowie psychische Probleme, von denen sie sich ohne intensive Hilfestellung nicht mehr befreien können.

Vor etwa 2 Wochen kam Dirk zu unserer Ausgabe. Dirk ist Mitte 40, obdachlos und sitzt im Rollstuhl.

Dirk hat immer gearbeitet, war verheiratet und lebte in bürgerlichen Verhältnissen, bis er vor etwa 3 ½ Jahren mehrere Schlaganfälle erlitt. Da Dirk erst nach Tagen seines letzten Hirnschlages aufgefunden wurde, erhielt er nicht die so wichtige medizinische Erstversorgung.

Jetzt ist Dirk geschieden, wohnungslos und hoch verschuldet. Er hat die Pflegestufe 3, sitzt im Rollstuhl und bekommt nur eine kleine Erwerbsunfähigkeitsrente, die knapp unter Hartz 4 -Niveau liegt.

Trotz seiner verheerenden Lebenssituation hat sich Dirk nicht aufgegeben. Er arbeitet täglich an seiner Behinderung und hat es mittlerweile geschafft, einige Schritte  selbstständig mit dem Rollator zu gehen.

Da wir Dirk in dieser Situation nicht alleine lassen wollten, haben wir ihn vorrübergehend privat bei unterschiedlichen ehrenamtlichen Helfern, zuletzt bei einer examinierten Altenpflegerin, untergebracht, die Dirk aber aufgrund ihres bereits lang geplanten zweiwöchigen Urlaubs nicht weiter betreuen kann.

Aus diesem Grund haben wir uns gestern hilfesuchend an die Diakonie in Krefeld gewandt. Wir baten darum, dass sie Dirk für 2 Wochen in ihrer Notunterkunft in der Lutherstr. 18 aufnehmen.

Wir schilderten bei der Diakonie Dirks Notsituation, was dort allerdings keinen zu interessieren schien. Man lehnte unsere Bitte um vorübergehende Hilfe und Aufnahme kategorisch ab. Man wäre schließlich keine Pflegeinrichtung. Unser Hinweis, dass Dirk weitgehend selbstständig agieren könnte, interessierte dort ebenso wenig, wie die Bereitschaft, für Dirk in seiner extremen Situation eine Alternative aufzuzeigen oder anzubieten.

Stand 31.08.2019


Update vom 04.09.2019:

Natürlich wollten wir Dirk in seiner Notlage nicht alleine lassen. Außerdem wollten wir auch die Diakonie Krefeld nicht so einfach aus der Verantwortung lassen, zumal sie -wie sie selbst schreibt- "Teil des Sozialsystem ist"...und schließlich auch dafür regelmäßig öffentliche Gelder sogenanntes "Steuergelder" erhält.
Allein für ihre Notunterbringung in der Lutherstr. 18 in Krefeld erhält sie laut einem Bericht in der WZ für die Unterbringung von 40 - 45 obdachlosen Menschen etwa 360.000,00 € im Jahr. Und ist daher auch öffentliche Notunterkunft für wohnungslose Menschen.

Deshalb haben wir uns an die Presse (Fernsehen) gewandt und siehe da, plötzlich kam Bewegung in die Sache. 
Eine Reporterin hat erreicht, dass ein Treffen mit Dirk und der Leiterin der Notunterkunft heute stattgefunden hat und Dirk nun doch dort aufgenommen werden konnte.


(Über den weiteren Fortgang werden wir hier berichten - es bleibt spannend!)


 

 

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