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Nothilfe Mensch e. V.
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Thema "Hartz4"


Hartz IV und Co. – fast jeder Zehnte (9,6 %) in Deutschland lebt von staatlichen Hilfen: Knapp 7,6 Millionen Menschen erhielten Ende letzten Jahres Leistungen aus der „sozialen Mindestsicherung“.

Hartz IV ermöglicht sicher keinen üppigen Lebensstil, deckt kaum die Grundbedürfnisse ab. Viele sagen, das sei zu wenig, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Was immer das heißen mag: Würden alle Hartz-IV-Empfänger plötzlich ins Museum gehen, die Oper besuchen und an Lesungen teilnehmen, wenn sie mehr Geld bekämen?
Wohl nicht. Und das dürfte auch niemand verlangen. Was die Menschen mit ihrem Hartz-IV-Geld anfangen, muss ihnen überlassen bleiben. Schlimm genug, dass sie davon abhängig sind.

Jeder Zehnte angewiesen auf staatliche Hilfe –Armutsexperten sind entsetzt: „Es ist ein Armutszeugnis, wenn trotz guter ökonomischer Rahmenbedingungen immer noch mehr als 7,5 Millionen Menschen Mindestsicherung beziehen müssen“, sagen sie und verweisen auf die „verdeckt Armen“, die in der Statistik gar nicht auftauchten: Ihr Urteil: „Über zehn Millionen Menschen in Armut – das ist eine Bankrotterklärung für die Bundesregierung.“

Das entscheidende Problem ist:
Der urmenschliche Wunsch, mit eigener Hände Arbeit für sich und seine Familie sorgen zu
können, kann in dieser Gesellschaft immer seltener befriedigt werden. Wenn es eine unabdingbare Form des gesellschaftlichen Teilhabens gibt, dann ist es die, Arbeit zu haben.In vielen Regionen aber gibt es kaum noch bezahlte und noch seltener fair bezahlte Arbeit. Wenn kein Wunder geschieht, wird das auch so bleiben. Dabei gäbe es Arbeit genug.
Wenn Arbeit zu einem menschenwürdigen Dasein dazugehört, dann ist Hartz IV auf Dauer keine Lösung. Hartz IV schafft keine Arbeit, Hartz IV verwaltet Arbeitslosigkeit. Es ergibt keinen Sinn, die Menschen für einen Arbeitsmarkt fit zu machen, den es in manchen Regionen gar nicht gibt - oder wo sie Gehälter erwarten, die unter dem Hartz-IV-Regelsatz liegen.
Darum ist der Staat gefragt, Arbeit zu schaffen. Er muss dafür keine Unternehmen gründen. Er könnte einfach damit beginnen, ehrenamtliche Arbeit angemessen zu entlohnen.
Dahinter steckt die Idee, Arbeit nicht länger zwingend mit Erwerbsarbeit im klassischen Sinne gleichzusetzen. Arbeit kann auch bedeuten,

  • Sterbenden auf dem Weg in den Tod die Hand zu halten,

  • im Krankenhaus mit Patienten Karten zu spielen

  • oder im Sportverein die Jugendabteilung zu managen. 

Alles wichtige, notwendige Aufgaben, die gleichwohl immer seltener wahrgenommen werden.

Statt Hartz-IV-Empfänger für einen Euro die Stunde in die Rabatten zu schicken, damit sie Unkraut jähen, könnten es solche Aufgaben sein, für die Menschen künftig vom Staat Geld bekommen. Das wäre eine Art Grundeinkommen für Ehrenämtler. Nicht Almosen sind das, wie viele ihr Hartz-IV-Geld empfinden. Es wäre die gerechte Gegenleistung für ein wichtiges gesellschaftliches Engagement. Bedingung aber wäre, dass Armut in Deutschland nicht länger hauptsächlich als finanzielles Problem gesehen wird, das ist es schon lange nicht mehr.
Nützliche Tips (Links) rund ums Thema SGBII, Hartz4:

http://www.harald-thome.de
http://www.hartziv.org

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